tonhalleLATE – Publikumsstimmen
„Hallo tonhalleLATE-Team. Das Konzert vom 3.3.06 war super! Eccellente“
- B. Gresch, per E-Mail
„tonhalleLATE war ein fantastischer Abend. Das Konzert war wunderschön und das Konzept ist wirklich genial.“
- Xavier, per E-Mail
„Ich kenne solche Anlässe aus den USA, wo David Zinman das auch schon durchgeführt hat. Aber in Europa ist das einzigartig und ich denke zukunftsweisend.“
- John Axelrod, Chefdirigent Luzerner Sinfonieorchester
„In der Rockmusik bin ich ein absoluter Gegner von Perfektion, da dieser Musik dadurch fast immer das Leben ausgehaucht wird. Am Freitag sah und hörte ich die lebendige Perfektion. Noch nie hatte ich bei einem klassischen Orchester dieser Grösse eine solche Spielfreude gespürt.“
- Alec von Tavel, Disctrade AG
Von Christian Berzins – Die bange Frage, wie ein klassisches Konzert endlich hip wird,
scheint ausgerechnet die graue Zürcher Tonhalle-Gesellschaft beantwortet zu haben.
Wenn sich dort der Musikkritiker mit der gebotenen Höflichkeit für ein Tonhalle-Late-
Konzert akkreditiert hat, landet er vor einer Location, die sonst seine Tonhalle ist. Dank
Pressekarten – Pardon, «Pressetix» – ist man auf der Guest-List und darf zusammen mit
den Members an der Schlange vorbeistolzieren. Mal drinnen, wird die aufgeregte Schar
junger Menschen ganz zappelig. Schnell kehrt Ruhe ein: Manch Auge klappt zur Musik
nun zu, manch Kopf sinkt zur Brust – wie in jedem normalen Konzert der «Ü 50» auch.
Nach 80 Minuten ist die Sinfonie aus, der Jubel – und die Erleichterung beim Publikum
- gross. Jetzt haben in den Pausenfoyers DJs das Sagen. Schall und Rauch mischen sich.
Der Mittwochs-Abo-B-Tonhalleabend mit Maklers 6. Sinfonie hat trotzdem weiterhin
das Recht, «spiessig» zu sein. Hierhin verlieren sich Tonhalle-Late-Gänger selten, auch
wenn auf ihrem MP3 Anna Netrebko «Violetta» singt und Janine Jansen «Die vier Jahreszeiten» geigt. Im Klassikmarkt liegt offenbar verborgenes Potenzial. Junge deutsche Label-Köpfe haben das gemerkt und neue Wege für den Vertrieb gewählt. Sie sind im Gegensatz zur Tonhalle-Gesellschaft sogar in die Höhle des Löwen gegangen: in die Klubs der Generation Google. «Yellow Lounge» heisst eines diesser Projekte und funktioniert in Berlin perfekt. Einmal im Monat gibt es einen Abend mit DJs
und Live-Act – «klassisch»: Lang Lang, Hélène Grimaud oder Measha Brueggergosman traten
dort schon auf. Angezogen fühlen sich nicht so sehr die jungen Philharmonie-Gänger, sondern
die Klub-Hänger. In Berlin haben 5000 Leute den «Yellow Lounge»-Newsletter abonniert.
Auch in Zürich hat die Late-Szene dank des Partyveranstalters Menden & Roos ihre Kanäle.
Die Tonhalle würde sich denn auch ohne «Beat-Hoven»-Plakate füllen.
Am Vierwaldstättersee tut sich Ähnliches: Die «Gesellschaft für Kammermusik im Marianischen Saal» holte die Berliner Lounge-Crew nach Luzern. Verantwortlich war der Cellist Gerhard Pawlica, der erst erschreckt von der Berliner Klubatmosphäre war, bald aber mit Begeisterung sah, wie intensiv
die jungen Leute selbst moderne Klassik hörten. Die Ü-o-Generation hat das Hitpotenzial von Mahlers Sechster halt etwas früher erkannt. YelIow Lounge: Compiled by Rufus Wainwright.
DGG 2007
Christian Berzins ist Musikkritiker der Mittellandzeitung.







